Diese Recherche wurde von Christopher Kolar, Mitglied des Super Sauna Clubs, beauftragt — weil uns Gesundheitsbildung am Herzen liegt. Danke, Christopher! 🙏
Regelmäßiges Saunieren ist mehr als ein gesellschaftliches Ritual — es ist Medizin in Dampfform. Doch wann sollte man besonders konsequent in die Sauna gehen? Und was sagt die Wissenschaft über den Nutzen bei Herzerkrankungen, Nierenschwäche und Lebererkrankungen? Wir haben die aktuellsten Studien ausgewertet — und den Kalender dabei im Blick behalten.
🗓️ Die besten Monate — ein Jahresüberblick
Saunieren ist grundsätzlich ganzjährig empfehlenswert. Dennoch zeigt sich in der klinischen Praxis und in der Datenlage eine klare jahreszeitliche Korrelation:
| Jahreszeit / Monate | Empfehlungsgrad | Hauptgrund |
|---|---|---|
| Herbst–Winter (Okt–Feb) | ⭐⭐⭐⭐⭐ Höchste Priorität | Infektschutz, Herzschutz, Stimmungsaufhellung |
| Frühling (März–April) | ⭐⭐⭐⭐ Sehr empfohlen | Entgiftung, Immunregeneration, metabolischer Reset |
| Frühsommer (Mai–Juni) | ⭐⭐⭐ Empfohlen | Kreislauftraining, Stressabbau |
| Hochsommer (Jul–Aug) | ⭐⭐ Moderat | Hitzeanpassung, Flüssigkeitshaushalt beachten! |
| September | ⭐⭐⭐⭐ Sehr empfohlen | Immunbooster vor Erkältungssaison |
Die Kernbotschaft der Wissenschaft lautet: Wer mindestens 2–4 Mal pro Woche in die Sauna geht, reduziert sein Risiko für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 50 % (Laukkanen et al., JAMA Internal Medicine, 2018). Dieser Schutzeffekt ist besonders in den kalten Monaten relevant, wenn das Herzinfarktrisiko generell ansteigt.
❤️ Sauna & Herzkrankheiten (Koronare Herzkrankheit)
Was die Forschung zeigt
Die finnische KUOPIO-Studie ist die beeindruckendste Langzeitstudie auf diesem Gebiet: Über 2.315 Männer wurden über 20 Jahre begleitet. Das Ergebnis: Wer 4–7 Mal pro Woche saunierte, hatte ein um 63 % geringeres Risiko, an einer plötzlichen Herzerkrankung zu sterben — verglichen mit jenen, die nur einmal pro Woche in die Sauna gingen.
Eine neuere randomisiert-kontrollierte Studie (Kanada/Australien, 2024) untersuchte 41 Erwachsene mit stabiler koronarer Herzkrankheit über 8 Wochen (4× wöchentlich finnische Sauna, 79 °C, 20–30 Min). Ergebnis: Die Gefäßsteifigkeit verbesserte sich nicht messbar — aber die Hitzegewöhnung verbesserte sich signifikant, was langfristig das Herz schützt. Die Deutsche Herzstiftung bestätigt: Saunieren entspricht einer Herzbelastung von ca. 50 Watt — vergleichbar mit flottem Spazierengehen. Für stabile Herzpatienten ist das sicher und sinnvoll.
Ein weiterer Befund aus einer Springer-Studie: Regelmäßige Sauna-Wärmebehandlung senkte den systolischen Blutdruck um 7 mmHg, den diastolischen um 6 mmHg — und die Herzfrequenz um 7 Schläge pro Minute. Für Herzpatienten ist das eine klinisch relevante Verbesserung.
🗓️ Beste Monate für das Herz
- Oktober bis März: Das Herzinfarktrisiko steigt im Winter durch Kältestress, Vitamin-D-Mangel und erhöhte Blutdruckwerte. Regelmäßiges Saunieren hält die Gefäße elastisch und trainiert das Herz — diese Monate sind der wichtigste Zeitraum für die Herzgesundheit.
- September: Idealer Einstieg in die Hochsaison — Gefäßtraining vor dem Winter.
- April–Mai: Auch nach dem Winter wichtig: Das Herz-Kreislauf-System nach dem Winterstress regenerieren.
⚠️ Hinweis: Herzpatienten sollten vor Beginn einer regelmäßigen Sauna-Routine immer mit ihrem Kardiologen sprechen. Akute Beschwerden oder instabile Angina pectoris sind Kontraindikationen.
🫘 Sauna & Nierenschwäche (Chronische Nierenerkrankung)
Was die Forschung zeigt
Eine wegweisende Studie (Kunutsor et al., European Journal of Clinical Investigation, 2023) analysierte die Verbindung zwischen Saunafrequenz und chronischer Nierenerkrankung. Das klare Ergebnis:
„Häufiges Saunieren ist nicht mit eingeschränkter Nierenfunktion oder einem erhöhten Risiko für Nierenerkrankungen assoziiert.“
Im Gegenteil: Die indirekte Wirkung von Sauna auf Herz-Kreislauf-Risikofaktoren — vor allem Bluthochdruck, der als Hauptursache für das Fortschreiten von Nierenerkrankungen gilt — legt nahe, dass regelmäßiges Saunieren den Nieren nützt, indem es die Blutdruckregulation verbessert.
Infrarot-Sauna zeigt zudem in einem Fallbericht (IJNRD, 2024) bei mittelschwerer Nierenschwäche eine signifikante Verbesserung der Nierenfunktion und Normalisierung der Blutwerte durch kombinierte Wärme- und Lebensstil-Intervention.
🗓️ Beste Monate für die Nieren
- Ganzjährig empfohlen — mit einem Schwerpunkt auf Herbst/Winter:
- Oktober–März: Blutdruckspitzen im Winter belasten die Nieren zusätzlich. Sauna wirkt hier doppelt: senkt den Blutdruck UND reduziert Herz-Kreislauf-Belastungen.
- März–Mai (Frühling): Der metabolische Reset nach dem Winter — ideal, um die Nierenfunktion zu stabilisieren.
⚠️ Wichtig: Bei fortgeschrittener Nierenschwäche unbedingt auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten! Vor Sauna-Beginn den Nierenarzt (Nephrologen) konsultieren.
🫀 Sauna & Lebererkrankungen (Fettleber)
Was die Forschung zeigt
Die nicht-alkoholische Fettleber betrifft geschätzte 25–30 % aller Erwachsenen weltweit — und die Sauna könnte ein überraschend wirksames Werkzeug in der Vorbeugung und Begleittherapie sein.
Die wissenschaftlich belegten Wirkungsmechanismen:
- Verbesserte Insulinempfindlichkeit: Insulinresistenz ist die Hauptursache für Fetteinlagerungen in der Leber. Sauna reduziert sie messbar.
- Antioxidative Wirkung: Die Hitze aktiviert körpereigene Schutzmechanismen (Superoxid-Dismutase und Glutathion-Peroxidase), die Leberzellen vor Zellschäden bewahren.
- Entzündungshemmung: Entzündungsmarker wie CRP und TNF-α sinken nachweislich durch regelmäßige Sauna — beides Schlüsselfaktoren bei der Verschlechterung einer Fettleber.
- Hitzeschutzproteine: Sauna aktiviert sogenannte Heat Shock Proteine (HSP70/HSP90), die Leberzellen direkt schützen — sie verbessern den Fettabbau in der Leber und reduzieren Fettablagerungen (Liu et al., Hepatology, 2014).
- Infrarot-Wirkung: Eine 2024er Studie in Nature’s Scientific Reports zeigte, dass Fern-Infrarot-Strahlung Leberverfettung, Entzündung und Vernarbung in Tiermodellen direkt reduziert.
🗓️ Beste Monate für die Leber
- Januar–März: Nach den Festtagen (mehr Kalorien, mehr Alkohol) ist die Leber besonders belastet — Sauna hilft beim Stoffwechsel-Reset und reduziert Entzündungswerte.
- September–November: Vor der Festtagssaison die Leber stärken — metabolisches „Vortraining“.
- Ganzjährig: Bei Fettleber ist Regelmäßigkeit entscheidend. Mindestens 2× wöchentlich für messbare Effekte.
⚠️ Bei fortgeschrittener Leberzirrhose oder aktiver Leberentzündung (Hepatitis) ist Sauna nicht geeignet. Bitte ärztlichen Rat einholen.
🧖 Unser Tipp aus dem oberen Piestingtal
Im Super Sauna Club im oberen Piestingtal saunieren wir wöchentlich — das ganze Jahr, durch jeden Winter, jeden Herbst, jeden Frühling. Nicht weil wir müssen, sondern weil wir die Wissenschaft auf unserer Seite haben. Das obere Piestingtal bietet mit seiner frischen Luft und Natur die perfekte Kulisse, um die Wirkung des Saunierens noch zu verstärken.
Unser Wunsch: Mehr öffentliche Saunen in der Region! Saunieren sollte nicht nur ein privates Vergnügen sein, sondern ein niederschwelliges Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger im oberen Piestingtal. Deine Nieren, dein Herz und deine Leber werden es dir danken. 🔥
Quellen: Laukkanen et al. (JAMA Internal Medicine 2015, 2018), Kunutsor et al. (European Journal of Clinical Investigation 2023), Kihara et al. (Jpn Heart J 2002), Iguchi et al. (Free Radic Res 2012), Liu et al. (Hepatology 2014), Nature Scientific Reports 2024, Deutsche Herzstiftung, Springer Medizin 2025.